Neon Genesis Evangelion: Meine Liebe gilt...
Abgründe eines gebrochenen Herzens
Eine Nebengeschichte zu Kapitel 11
Geschrieben von Jeremy Mullin <stoner317@hotmail.com>
Übersetzt von Markus Steiner <schweinehirt@t-online.de>
Basiert auf der Fanfiction "Meine Liebe gilt..."
von Alain Gravel
http://www.geocities.com/Tokyo/Teahouse/2236/
Evangelion und seine Charaktere sind ein eigetragenes
Warenzeichen von Gainax, alle Rechte vorbehalten, verwendet ohne Genehmigung.
Bitte verklagt mich nicht, ich habe kein Geld.
(Angesiedelt während Kapitel 11 von „Meine Liebe gilt...“.
Ziemlich düster mit ein wenig Lime. Ihr seid gewarnt worden.)
Abgründe eines gebrochenen Herzens
Irgendwie fragte ich mich warum ich das nicht schon längst
getan hatte. Damals, als der Engel mich an meinem
Schwachpunkt getroffen hatte.
Er holte all die Erinnerungen an dieses furchtbare Leben
wieder hervor das ich versucht hatte zu vergessen. Erinnerungen an Papa und...
Mama...
Ich könnte immer noch hören wie sie nach mir rief. *Komm in
den Himmel mit mir, Asuka...* Dasselbe immer und immer wieder. Das ist
ausreichend um jemanden in den Wahnsinn zu treiben, wenn er denn schwach genug
ist.
Und das war ich sicherlich. Schwach. Ich war nicht mehr
stark. Nicht nachdem... *es* passiert war.
Das wahr wahrscheinlich der Grund warum Shinji immer so
stark war wenn ich ihn brauchte.
Dieser Gedanke ließ mich zögern, ließ mich über das
nachdenken was ich tat. Konnte ich das wirklich tun? Ihn einfach so
zurücklassen? Nach all dem was wir miteinander geteilt hatten? Ich konnte mich
immer noch an diese eine Nacht erinnern. Sein Gesicht, seine sanfte Stimme,
seine Berührungen. Wie er mich auszog, seine Hände auf meiner Haut, die mich an
meinen intimsten Stellen berührten, sanft und zärtlich, nicht so wie ich es von
ihm wollte als wir an diesem See waren. Seine Küsse auf meinem Körper, dieser
süsse Schmerz als wir uns vereinten. Das war der beste Teil, als wir
miteinander verschmolzen sind, langsam und zärtlich. Früher hätte ich es wohl
schnell und hart gewollt. Vielleicht auch nicht. Ich bin mir nicht ganz sicher.
Aber in dieser Nacht, war es das was ich wollte, und wie ich es wollte.
Irgendwie wußte ich das es nicht sein erstes Mal sein konnte. Er wußte einfach
zuviel, wo und wie er mich berühren mußte. Wann er
sich zurückziehen mußte bevor er seinen Höhepunkt erreichte, ehe ich ihn
stoppte und zwang ihn mir zu bleiben. In der Zeit die er mit Rei verbracht
hatte, hatten sie sich zweifelslos auch geliebt. Ein Teil von mir ist
wütend darüber das ich nicht die erste war. Und trotzdem, ein anderer Teil
wiederum ist froh das er... "bei ihr eingedrungen ist", um es einmal
so ausdrücken zu wollen. Er wußte was er tun mußte, und irgendwie, hatte es mir
geholfen mich besser zu fühlen.
Ich wollte mich wieder so fühlen...
Ich hatte ihn verlassen als sich herausstellte das Rei immer
noch am Leben war. So wie er zu ihr gelaufen ist, das war ein sicheres Zeichen
dafür das er sie mehr liebte als mich. Also bin ich gegangen, um ihnen nicht im
Weg zu stehen. Aber als ich durch die Überreste von Tokyo-3 lief, begann ich
nachzudenken. War das wirklich das was ich wollte? Gab ich wirklich so leicht
auf? Ich hatte um ihn gekämpft, und jetzt wo ich eine Chance hatte, warum
sollte ich sie dann einfach so wegwerfen?
Also kehrte ich um. Zurück zu dem Zuhause das wir uns
geteilt hatten bevor uns die Ereignisse gezwungen hatten getrennt zu leben.
Irgendwie wußte ich das er dort sein mußte. Ich stellte mir vor wie unser
Wiedersehen aussehen würde. Eine Menge Tränen würden vergossen werden, ein
Haufen Entschuldigungen würden zwischen uns ausgetauscht werden. Und
vielleicht, nur vielleicht, würden wir uns wieder lieben in einem endlosen Kreislauf
der unsere gemeinsame Zukunft besiegeln würde.
Ich betrat die Wohnung, ging den Flur hinunter zu seinem
Zimmer wo er sein mußte. Wo anders sollte er sonst auch sein? Warscheinlich
schlief er bereits, was mir erlauben würde in sein Bett zu krabbeln und mich an
ihn zu kuscheln. Ich schob die Tür auf, und schlich auf Zehenspitzen in sein
Zimmer...
Und da sah ich ihn. Wie er in seinem Bett lag. Mit diesem
seltsamen Mädchen das ich noch nie zuvor gesehen hatte. Sie lagen Arm in Arm
unter der Bettdecke.
Und beide waren nackt.
Ich mußte nicht noch mehr sehen. Erstaunlicherweise floh ich
nicht in Tränen aufgelöst aus der Wohnung wie es in einer von diesen
Seifenopfern der Fall gewesen wäre. Stattdessen ging ich ruhigen Schrittes
hinaus, fast wie in Trance, aus der Wohnung, aus dem Gebäude und aus der
Nachbarschaft bis ich wieder in den Ruinen von Tokyo-3 stand. Ich ging in ein
Gebäude das noch halbwegs intakt war und sogar noch fließendes Wasser hatte.
Und eine voll eingerichtete Küche. Vor allem mit einer großen Auswahl an
scharfen Messern.
Das war der Augenblick in dem ich meinen Entschluß faßte.
Shinji wollte mich nicht, und scheinbar wollte er auch Rei nicht mehr.Ich
glaube das schmerzte am meisten. Die Tatsache das er eine völlig Fremde uns
beiden vorgezogen hatte. Ich nahm das am schärfsten aussehende Messer und ging
damit ins Badezimmer. Während sich die Wanne füllte, zog ich mich aus und legte
meine Kleidung fein und säuberlich zusammengelegt auf einen Stuhl. Ich setzte
mich in die Wanne, mit dem Messer in der Hand, und bereitete mich auf das vor
was ich glaubte tun zu müssen.
Ich zögerte. Und dann erinnerte ich mich. Und traf eine
Entscheidung. Ich fühlte keinen Schmerz als das Messer durch mein Handgelenk
schnitt. Ich fragt mich nicht warum. Ich fühlte mich zu schwach um die Prozedur
an meinem anderen Handgelenk zu wiederholen. Also lehnte ich mich einfach in
der Wanne zurück und wartete auf das Ende. Ich starrte an die zerstörte Decke,
während mir willkürlich Gedanken durch den Kopf gingen. Keine davon handelten
von meiner Mutter, der ich es gerade gleichtat. Auch nicht von meinem Vater,
oder von Misato, oder Hikari, oder Rei, oder von meinem EVA-02.
Sie alle drehten sich um Shinji.
Eine Träne rann an meiner Wange hinunter. Und ich flüsterte
ein letztes Lebewohl zu meiner einzigen wahren Liebe. Und dann ließ ich die
Dunkelheit kommen.
ENDE
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Das ganze war leichter zu schreiben als ich anfangs
angenommen hatte. Ich habe es in weniger als einer Stunde geschafft. Ich werde
wohl langsam besser darin.
Das ist wohl mein erster Versuch etwas zu schreiben das
einer Darkfic nahe kommt. Irgendwie scheint es wohl auch mehr eine Sadfic
geworden zu sein. Selbst wenn die Figur versucht sich das Leben zu nehmen,
würde ich es nicht als eine Suizidfic einstufen. Ein Teil von mir kann es
einfacht nicht so sehen.
Ursprünglich hatte ich geplannt das hier als eine
ausgewachsene Lemon zu schreiben, mit einem Rückblick auf das Ende von Kapitel
9 als sich Shinji und Asuka geliebt haben. Wie auch immer, Alain wollte das
nicht. Wenn ihr wissen wollt warum, leßt seine Anmerkungen für dieses Kapitel.
Als ich es auf seinem Vorschlag hin als eine Lime Story geschrieben habe,
schien es so auch besser zu funktionieren. Und außerdem, scheinen sich Lemons
und Dark/Sadfics nicht zu vertragen es sei denn das eine Vergewaltigung
enhalten ist. Also an alle Hentais da draußen die auf mehr gehofft hatten, tut
mir leid.
Für diejenigen die sich vielleicht wegen meiner „Ranma“
Serie, „Double or Nothing“ wundern sollten (alle fünf von euch)... Ich habe
beschlossen sie für eine Weile auf Eis zu legen um sie ein wenig zu
überarbeiten. In der Zwischenzeit werde ich an anderen, kürzeren Projekten
arbeiten. Macht auch keine Sorgen. „Double or Nothing“ wird weitergehen,
vielleicht sogar besser als je zuvor (hoffe ich jedenfalls).
Zum Schluß möchte ich noch folgenden Leuten meinen Dank
aussprechen:
Alain Gravel dafür das er „Meine Liebe gilt...“ geschrieben
hat, wodurch diese Geschichte (die er auch für mich Korrektur gelesen hat)
entstehen konnte; ebenso Axel Terizaki und Godsend777 für ihren Anteil am
Korrekturlesen. Schließlich möchte ich auch noch den Schöpfern von „Evangelion“
danken, das sie diesen Anime gemacht haben auf dem meine Fic basiert.