Neon Genesis Evangelion: Meine Liebe gilt...
Eine Nebengeschichte zu Kapitel 7 - Freunde oder Rivalen ?
Geschrieben von Axel Terizaki <aterizak@free.fr>
Assistiert von Alain Gravel <rakna@globetrotter.qc.ca>
Die Geschichte basiert auf Charakteren geschaffen
und copyright bei GAINAX
Basierend auf Handlungen geschaffen von Alain Gravel
Begonnen am 15. April, 1999
Erster Entwurf fertiggestellt am 8. November, überarbeitet
am 15.November
Zweiter Entwurf fertiggestellt am 21.November 1999
Endgültige Fassung fertiggestellt am 28. November 1999
Übersetzt von Melissa Schneider <meschnei@gmx.net>,
mit Dank an Markus Steiner und Franz-Xaver Benedikt für ihre
Hilfe.
"Verdammt
nochmal, Misato."
Ich fluchte
lauthals im Flur des Appartement Blocks, in dem wir lebten; Misato, Shinji,
ich... und.. Ich will gar nicht daran denken! SIE! Es war ja nicht so, dass
Misato mir eine grosse Wahl gelassen hätte. Ich kann diese Frau einfach nicht
verstehen. Sie war so betrunken gewesen, dass sie vergessen hatte etwas zu
Essen einzukaufen und darum stand ich jetzt hier vor dem Appartement der
"Streberin"... - Das Appartement, in dem Shinji bis vor wenigen Tagen
noch gelebt hatte, bevor er,... wie Dr. Akagi sagte, von seiner verdammten
Einheit-01 absorbiert wurde. Ich weiss, dass er nicht tot ist. Ich kann es
spüren. Doch trotzdem schwöre ich, sollte er zurückkommen, dann werde ich ihm
eine Scheuern, wie er noch nie eine bekommen hat bevor ich ihn dann in meine
Arme nehme und ich so fest küsse wie ich kann!
Da stand ich also
nun vor ihrer Tür... Ayanami Rei.. die Puppe mit der mein Shinji spielte. Die
Puppe, die ich Streberin nenne. War
das armselig; ich würde eine Puppe bitten, mir etwas zu Essen zu borgen.
Mit Widerwillen
drückte ich auf den Knopf ihrer Türklingel und wartete. Ein paar Sekunden
vergingen bis sich die Türe öffnete. Die Streberin tauchte im Türrahmen auf und
ihr Gesicht war wie üblich völlig emotionslos... Ich hasste diesen Ausdruck auf ihrem Gesicht....
"Was willst
du?" fragte sie mit ihrer nervigen monotonen Stimme.
"Hör zu,
Streberin! Misato hat vergessen 'was zu Essen zu kaufen. Darum will ich, dass
du uns 'was von dir abgibst!" erwiderte ich und versuchte so feindselig zu
klingen, wie ich konnte.
Sie schien erst
noch einen Moment über meine Worte grübeln zu müssen...
"Dann komm
rein" sagte sie schliesslich und ging ein Paar Schritte zurück.
Ich betrat ihr
Appartement. Es sah aus wie im Schweinestall. Das war schon
irgendwie ein komischer Anblick. Ich hatte immer gehört
Ayanami wäre im
Gegensatz zu mir ein ordentliches Mädchen... Doch wenn ich
mir jetzt den
Zustand ihrer Wohnung so ansah, dämmerte mir, dass Shinji,
seit er bei ihr eingezogen war, wohl auch die ganze anfallende Hausarbeit für
sie erledigt hatte....
"Was für Essen
hättest du denn gern?"
Ihre Frage
schreckte mich auf und riss mich aus meinen Gedanken.
"Ich weiss
nicht.. Etwas Instant-Ramen oder so..."
Die letzten Tage
hatten mich ziemlich verändert. Shinjis Verschwinden hatte großen Einfluss auf
uns alle, denke ich. Ich, für meinen Teil, verhielt mich jetzt viel
aggressiver. Ich hatte Kensuke in letzter Zeit viel häufiger geschlagen als
sonst. Normalerweise warf ich ihm nur ein paar Flüche und böse Beschimpfungen
an den Kopf, doch am Tag zuvor... also Gestern... da hatte ich ihn
kankenhausreif geprügelt. Natürlich hatte man mich ich sofort für einen Tag vom
Schulunterricht ausgeschlossen. Misato war verdammt wütend gewesen und es war
ziemlich schwierig gewesen, sie zu beruhigen. Doch auch die Streberin veränderte
sich. Sie... kehrte zu ihrem alten Selbst zurück, was jeden verwunderte und
mich gewaltig störte. Shinji,- du bist solch ein Trottel! Hast du gesehen was
wegen dir aus uns allen geworden ist...
Ayanamis monotone
Stimme holte mich aufs Neue aus meinen Gedanken...
"Ramen habe
ich nicht"
"Logisch! Hätt
ich mir ja auch denken können..."
Ich beäugte sie
gründlich von Kopf bis Fuss. Eigentlich hatte ich erwartet das sie ihre
Schuluniform tragen würde, so wie ich. Doch das Einzige, was sie anhatte, war ein
weisses Hemd und darunter - kaum sichtbar - ein blaues Höschen. Sie hat einen
schlechten Geschmack. Ich meine, wenn es um Sexy aussehende Farben ging waren
doch Weiss oder Rot viel besser. Nicht, das es mich interessiert hätte wie mies
sie aussah,- keineswegs.. Eigentlich sollte ich doch glücklich sein! Immerhin
liess es mich in ihrer Gegenwart noch attraktiver aussehen.
Ich musterte sie
weiter und plötzlich stutze ich.. Ich hatte ein wichtiges Detail entdeckt und
ich schnappte schockiert nach Luft. Diese Schlampe!
"Ist etwas
nicht in Ordnung?" fragte sie als sie sah, wie der Ausdruck von Wut auf
meinem Gesicht immer grösser wurde.
"Du.... Du Schlampe! Das ist Shinjis Hemd!
Hast du keinen Respekt vor den Toten?"
Warum hatte ich das
jetzt gesagt? Ich wusste doch, dass es nicht stimmte...
"Er ist nicht
tot und das weisst du."
"Natürlich
weiss ich das! Er wurde von Einheit-01 absorbiert,- aber nur weil DU es nicht
geschafft hast, dich um diesen verdammten Engel zu kümmern."
"Auch du hast
versagt den Engel aufzuhalten."
Gott im Himmel,
bitte halt' mich zurück, sonst bring' ich sie um...
"Hab' ich
nicht! Er hat mich einfach nur überrascht! Und wo warst du überhaupt? Eine
schöne Rückendeckung bist du... der Engel wäre jetzt tot, wenn du da gewesen
wärst um deinen Job zu tun."
Darauf hätte sie
sicher keine Antwort ---
"Mir wurde
befohlen mit Einheit-01 auszurücken, aber der EVA hat die Verbindung mit mir
verweigert"
Ich hasse es
überrumpelt zu werden. Aber ihre Antwort gab mir wenigstens die Möglichkeit für
eine Retourkutsche..
"Du bist so
armselig! Ich bin sicher, dass Einheit-01 sich mir nicht verweigern
würde..."
"Ich bin
sicher, dass sie es würde. Einheit-01 ist eine ganz besondere Einheit. Nimm
auch zur Kenntnis, das du an Kompatibilitätstests, die vor vier Monaten
abgehalten wurden, nicht teilgenommen hast."
Scheisse, sie hatte
mich erwischt! Also schnell das Thema wechseln...
"Das ist doch
nicht der Punkt!"
"Du hast
recht. Worum es hier wirklich geht, ist, dass du nie versucht hast Schaden von
ihm fernzuhalten. Alles woran du denkst bist du selbst und dein Stolz."
Ich schnappte
wieder nach Luft. Wie ich es hasse, wenn sie Recht hat.
"Liebe heisst
Zuneigung und Sicherheit geben, etwas das du ihm nie gegeben hast." fügte
sie hinzu, so als ob sie allwissend wäre.
"Halt mir
keinen Vortrag!" Ich sah sie böse an und knirschte vor Wut mit den Zähnen.
Ich hatte es nicht bemerkt, aber ich ballte und öffnete meine Faust, so wie
Shinji es manchmal tat.
"Du hast seine
Liebe genommen, aber nichts dafür zurückgegeben. Statt dessen hast du es
vorgezogen, ihn zu benutzen und hast ihn verletzt, bei dem Versuch immer mehr
von ihm zu nehmen. Das ist der Grund warum er dich zurückgewiesen hat und zu
mir gekommen ist. Er hätte dir nie vergeben sollen. Du bist Seiner nicht
wert."
Das hatte ich mir
jetzt lange genug angehört. Wie konnte sie es wagen?! Aus meinem Zorn wurde
blinde Wut. In meinen Gedanken, sah ich die Bilder vom Angriff des dreizehnten
Engels und die Bilder von Einheit-01, wie sie Einheit-03 in Stücke riss. Das
erste Mal als ich das Video gesehen hatte, war mir Übel geworden... aber
jetzt... In diesem Moment wünschte ich mir genau DAS zu tun; Ich: Einheit-01
und sie: Einheit-03. Ich wünschte mir, ich könnte es genau so machen,- sie zu
einem blutigen Brei zusammenschlagen,- ihr ein Glied nach dem Anderen
ausreissen... Ja... Mit einem Mal überquerte ich die Grenze zwischen gesundem
Menschenverstand und blinder Wut. Mit einem wütenden urzeitlichen Schrei
stürmte ich auf sie zu und schleuderte meine beiden Fäuste gegen ihr Gesicht.
Ihr Porzellangesicht sollte in einem Schauer von rotem Blut zerspringen. Ich
schrie frustriert auf, als sie einfach mit ihren Händen meine beiden Fäuste
packte und zudrückte. Sie drückte nicht hart genug um die Knochen zu zerbrechen
aber es war fest genug, dass es schmerzte. Ein Teil meines Verstandes erinnerte
sich, dass es nicht das erste Mal gewesen war, dass sie so etwas tat. Das
Gleiche war schon einmal passiert... Ich konnte nicht klar genug denken, um
mich zu erinnern wann,- doch ich erinnerte mich noch gut an den Schmerz und die
Erniedrigung....
"Stirb!!"
Das Mädchen mochte
zwar sehr gute Reflexe gehabt haben, doch so lange sie immer noch meine Fäuste
festhielt würde sie meinem Fuss nicht ausweichen können. Also trat ich ihr so
fest ich konnte in den Magen, was ihr sofort die Luft nahm. Sie liess sofort
meine Fäuste los und obwohl sie sich auf den Beinen halten konnte, kippte ihr
Kopf unkontrolliert nach vorn.- Eine Gelegenheit, die ich mir nicht entgehen
liess. Mein Knie traf sie direkt unter ihrem Mund. Nun gut, mein eigentliches
Ziel - nämlich ihre Nase geradewegs in ihr Gehirn zu rammen - hatte ich damit
zwar verfehlt, aber ich musste ihr trotzdem ziemlich weh getan haben, denn ich
hörte sie vor Schmerzen schreien. Sie spuckte Blut und etwas, das wie ein Zahn
aussah. Trotzdem hatte ich noch lange nicht genug. Ich versuchte sie noch
einmal zu schlagen, doch dieses Mal erwischte sie meinen Fuss. Das brachte mich
aus dem Gleichgewicht und ich ging zu Boden. Aus Instinkt rollte ich mich
herum,- heraus aus ihrer Reichweite. Dann sprang ich auf meine Füsse zurück.
Meine Wut wurde
noch grösser als ich bemerkte wie sie mich mit ihren ausdruckslosen Augen
ansah.- So, als wenn das, was gerade passiert war, sie nicht im Geringsten
berührt hätte.
Von Neuem griff ich
an und wieder blockte sie meinen Schlag. Doch trotz Allem fehlte dem Mädchen
das Nahkampftraining, das ich bekommen hatte. Und obwohl ich weit davon
entfernt war, ein Kampfsportler zu sein, konnte ich doch mehr als nur Treten
und Schlagen. Mit Hilfe einer Judo-Technik warf ich sie in die Luft und zeigte
dabei mehr Kraft als ich im täglichen Leben je gezeigt hatte. Sie krachte auf
den kleinen Tisch neben ihr und schrie auf,- wohl mehr vor Schmerz als vor
Überraschung. Ich glaube ich habe dabei auch irgend etwas brechen gehört. Als
sie versuchte aufzustehen war sonnenklar, das sie Schmerzen hatte. Das kam mir
gelegen. Ich nutzte ihren Moment der Schwäche und rannte auf meine Beute zu.
Ich trat ihr hart in die Rippen und legte meinen gesamten Schwung und all meine
Kraft hinein. Wenn Ayanami ein Fussball gewesen wäre, wäre sie womöglich durch
das Dach geschossen. Leider war sie viel schwerer als ich gedacht hatte und ich
schrie vor Schmerz als ich meinen Fuss verletzte. Doch in dem Moment, wo ich
sie laut aufschreien hörte, waren meine eigenen Schmerzen Nebensache. Und so
trat ich sie... wieder und wieder und wieder... während ich dabei wie ein
Besessener lachte. Ein Teil von mir wusste, dass das alles falsch war, doch es
interessierte mich nicht. Ich hatte von dem Tag geträumt, an dem sich mir die
Möglichkeit bieten würde, sie zu Brei zu schlagen. Ich hatte von dem Tag
geträumt, an dem ich diese verdammte Puppe in ihre Einzelteile zerlegen könnte.
Der Tag, an dem ich sie ein für alle Mal aus
meinem Leben verschwinden lassen würde.
Als sie aufhörte
sich zu winden und zu schreien, wurde mir klar, dass sie mittlerweile das
Bewusstsein verloren hatte und so hörte ich auf, sie zu treten. Ich war müde
und meine Füsse brannten wie Feuer. Ausserdem machte es keinen Spass sie zu
treten, wenn sie die Schmerzen garnicht spüren würde.
Nachdem ich mich
etwas beruhigt hatte, ging ich mit einem Gefühl der Zufriedenheit in die Küche,
auf der Suche etwas Essbarem. Nichts was sie hatte sah wirklich appetitlich aus
und so kam mir der Gedanke einfach etwas zu bestellen. Ich fand, dass ich es
mir verdient hatte.
Als ich zurück ins
Wohnzimmer kam blieb ich vor Schreck wie angewurzelt stehen. Ayanami stand
mittlerweile wieder auf ihren Beinen. Ihr rechter Arm hing schlaff herunter und
der andere Arm umklammerte ihre rechte Seite genau da, wo ich sie getreten
hatte. Blut lief aus einer Ecke ihres Mundes und von einer Platzwunde an ihrer
Augenbraue. Sie musste sich den Kopf angeschlagen haben, als sie auf den Tisch
gefallen war. Was mich jedoch absolut schockierte, war der Ausdruck in ihren
Augen. Es war nicht der übliche emotionslose Ausdruck, nein es war
unbeschreibliche Wut. Beim Anblick dieser Augen fühlte ich mich zum ersten Mal
nicht angeekelt, sondern geradezu verängstigt. Diese Erkenntnis schürte meine
Wut von Neuem. Sohryu Asuka Langley fürchtete niemanden!
Und so starrte ich
schliesslich zurück,- mit dem gleichen Ausdruck mit dem auch sie mich
anstarrte.
"Ich hatte
dich gewarnt. Ich wollte vermeiden, dich zu verletzen. Doch nun, wirst du
bezahlen.."
Ihre Stimme war
kaum lauter als ein Flüstern gewesen, aber ich hatte sie deutlich gehört. Die
Zeit der Plänkelei war nun also vorbei... und es war Zeit für den richtigen
Kampf.
Es erwischte mich
unvorbereitet, das sie mich geradezu ansprang und zu Boden warf. Sowas hätte
ich nie von dieser Streberin erwartet. Noch ein wenig benebelt durch den Fall,
konnte ich nur mit Not ihrem Schlag ausweichen. Ihre Faust traf nur Zentimeter
neben mein Kopf den Boden und ich habe deutlich gehört, wie unter dem
Teppichboden etwas zerbrochen ist. Meine Instinkte schalteten sich ein, als ich
sah, wie sie erneut ihre Faust hob,- die Knöchel voller Blut. Ich versuchte mit
aller Macht frei zu kommen und letztlich führte das dazu, dass wir ein paar mal
herum rollten. Wir rangen miteinander und schlugen mit Fäusten, Knien und
Ellbogen auf einander ein,- so lange bis ich letztlich die Oberhand hatte und
auf ihr hockte. Ich kreischte, als ich spürte wie sich ihre Fingernägel in
meine Arme gruben. Diese Aktion veränderte unseren Kampfstil mit einem Mal. Wie
tollwütige Katzen benutzten wir schliesslich unsere Fingernägel um dem anderen
möglichst schmerzhafte und tiefe Kratzer zuzufügen. Als sie letztlich merkte,
dass sie durch Kratzen allein nicht die Oberhand gewinnen konnte, packte
Ayanami mein Haar und zog daran. Ich schrie als sie mir eine ganze Hand voll
roter Haare ausriss. Wie konnte sie das wagen ? Mein wunderschönes Haar. Meine
Antwort darauf war, dass ich sie noch fester zu kratzten versuchte,- Leider mit
dem Erfolg, dass ich mir selbst Schmerzen zufügte; an den Fingerspitzen um
genau zu sein. Ich jaulte geradezu, als zwei meiner Fingernägel abbrachen
während ich sie kratzte.. Dafür würde sie bezahlen!
An diesem Punkt
hatte meine Wut bereits so sehr von mir Besitz ergriffen, dass mir erst später
klar wurde, was ich überhaupt im Begriff war zu tun. Ich legte meine Hände um
ihren bleichen Hals und begann zuzudrücken,- fest zuzudrücken. Der Gedanke, das
ich dabei war sie umzubringen kam mir nicht 'mal in den Sinn. Und selbst wenn
ich daran gedacht hätte, dann wäre es mir wohl egal gewesen. Alles, woran ich
in diesem Moment denken konnte, war sie für meinen Schmerz bezahlen zu lassen und
sie endgültig los zu werden.
Mit einem Mal
spürte ich Finger am Ansatz meines Nackens und dann, eine Sekunde
später, einen stechenden Schmerz. Ich wurde bewusstlos...
***
"Mama!
Mama..."
Ich glaube sowas in
der Art habe ich im Schlaf geflüstert,- oder um genauer zu sein, in einem
Zustand zwischen Schlafen und Wachen. Ich spürte etwas Warmes... etwas Weiches
unter mir... etwas... beruhigendes. Mama? Vielleicht war ich ja im Himmel.
Sicher hatte mich diese Schlampe umgebracht und jetzt war ich im Himmel. Jetzt
könnte ich Mama wiedersehen! Keine Engel mehr... Keine Evas... keine Streberin,
die mein Leben zur Hölle macht... kein.. kein Shinji... NEIN! Ich will bei ihm
sein!
"Shinji...."
Ich wachte langsam
auf und der Schmerz, den ich an meinem ganzen Körper spürte liess mich
erkennen, das ich noch immer am Leben war. Man spürt keine Schmerzen, wenn man
tot ist... - Na ja, jedenfalls sagt man doch so...
Langsam öffnete ich
meine Augen und es begrüsste mich der Anblick von zwei runden Hügeln aus
Fleisch unter einem zerrissenen Hemd. Verwirrt runzelte ich die Stirn. Ich war
immer noch ziemlich geschafft und hatte Schwierigkeiten zu erkennen wo ich war.
"Du bist
wach."
Diese Worte liessen
mich aufschrecken. Das war doch die Stimme der... der Streberin?
Als ich aufblickte
sah ich in zwei rote Augen. Mein Blick ging zurück zu den Brüsten, an denen ich
geschlafen hatte.... dieses Gefühl, diese Wärme... das... das war sie gewesen??
Und ich hatte gedacht sie wäre... Mama? Herr im Himmel... ich musste verrückt
geworden sein.. wie konnte ich mich nur so getäuscht haben ? Mama war doch
nicht so flach wie ein Brett!
"Du hast
beinahe eine Stunde lang geschlafen."
"Oh.."
Das war alles was
ich heraus brachte. Nur langsam kamen die Einzelheiten unseres Kampfes zurück
in mein Gedächtnis. Ich konnte nicht glauben. was ich getan hatte. Ich sah uns
beide an... unsere zerrissene und blutverschmierte Kleidung, die blauen Flecken
und Wunden... Ich betrachtete Ayanami... Ich konnte kaum mehr ihr rechtes Auge
ausmachen, so sehr war es zugeschwollen... das getrocknete Blut auf ihrer
weissen Haut... weisste Haut, die sich violett verfärbt hatte an den Stellen wo
ich sie geschlagen hatte...
"Was ist bloss
in uns gefahren?" flüsterte ich, aber mehr zu mir selbst als zu ihr.
"Wir haben
einen sinnlosen Kampf gekämpft."
Ich sah sie von
Neuem an. Da war keine Spur von Zorn in ihren Augen. Warum hasste sie mich
nicht ? Emotionen waren ihr nicht fremd; Ich hatte die Wut in ihren Augen
gesehen, als sie mich angriff. Doch davon war jetzt keine Spur mehr zu sehen...
"Es war
Shinjis Hemd, das du getragen hast..."
"Ja."
Hatte ich mich
geirrt? War Ayanami überhaupt... ein normales Mädchen ?
"Es ist jetzt
total zerrissen..."
Ich lachte und das
überraschte mich selbst genau so sehr, wie es sie zu überraschen schien. Wie
merkwürdig. Dieses eine Mal lachte ich nicht über sie oder mich selbst...
"Warum lachst
du?"
"Weil.. weil
das alles so dämlich ist..."
"In der Tat.
Ich denke er würde sicher nicht wollen, dass wir kämpfen.."
Ich schnappte nach
Luft. Sie hatte recht. Schon wieder. Ich war doch hier das Genie. Ich hatte mit
Sicherheit einen höheren IQ als sie.- Und trotzdem war ich der Narr von uns
Beiden . Ich ertappte mich dabei,... dass ich sie bewunderte. War das verrückt...
"Du hast recht.. er würde ihm nicht Gefallen, uns
kämpfen zu sehen."
"Warum kämpfen
wir dann ?"
"Wir kämpfen
um ihn, nehme ich an. Um sein Herz.."
"Ist das
richtig?"
"Ich weiss
nicht."
"Verletzten
wir ihn damit?"
"Ich weiss
nicht.. Ich.. Ich glaub' schon.."
Ja... so wie ich
Shinji kannte.. wenn er es jemals erfuhr... dann würde er einen
Weg finden, sich selbst wegen dem hier zu quälen.
"Wir sind
dämlich." war alles, was mir dazu noch einfiel.
Wir waren einen Moment
lang still und spürten nur die Wärme die wir einander schenkten. Es war so
merkwürdig.. ich... genoss... die Nähe der Streberin.
Schlaf überkam mich
und ich glaube, dass auch sie kurze Zeit später einschlief. Wir waren beide
verletzt, Ayanami wohl sogar ziemlich schwer,- wir waren besudelt mit unserem
Blut, das auch kleine Pfützen auf dem Boden machte,- und dennoch, in diesem
Moment... ich weiss nicht warum... da fand ich meinen inneren Frieden...
***
Ich riss meine
Augen auf und hob den Kopf. Mein Herz raste und mein ganzer Körper schmerzte.
Der Schmerz war aber bei weitem nicht stark genug um mich davon abzuhalten,
mich aufzusetzen. Ich sah umher und erkannte den einzigen Teil von NERV wieder,
den ich hasste: Die Krankenstation. Mir wurde klar, dass ich aber im Gegensatz
zu den anderen Gelegenheiten in einem Zwei-Bett-Zimmer lag. In dem anderen Bett
lag Ayanami. Ihr linker Arm war umwickelt mit Bandagen, die bis unter die Ärmel
ihres Krankenhaushemdes hinaufreichten, unter dem sicher noch einige andere
Verbände versteckt waren. Doch als ob das nicht schon genug wäre, war auch noch
ihr rechter Arm in Gips. Da waren auch einige Verbände um ihren Kopf und
Pflaster klebten überall in ihrem Gesicht. Das ich auch Pflaster im Gesicht
hatte, stellte ich fest als ich meine linke Wange rieb. Ich zuckte zusammen,
als mir klar wurde, dass ich dazu gerade einen der Finger benutzt hatte, dem
der halbe Fingernagel fehlte. So langsam wurde mir wieder das Ausmass der
Schmerzen bewusst, die sie verursacht hatte..
Doch eigentlich war
sie gar nicht nicht die Quelle dieser Schmerzen. In erster Linie war das alles
meine Schuld.
"Verdammt, was
für ein schrecklicher Alptraum." hörte ich mich sagen als ich
meine Verletzungen vergass und ich mich daran erinnerte, warum
ich so plötzlich
aufgewacht war.
"Ein
Alptraum?" fragte das blauhaarige Mädchen, während es langsam seine Augen
öffnete. Mit Zähneknirschen versuchte sie ihre Schmerzen zu überwinden als sie
sich schliesslich auch in ihrem Bett aufsetzte. Ich würde es zwar nie zugeben,
aber ich war beeindruckt.
"Erzähl' mir
nicht, dass du nicht weisst was ein Alptraum ist?" sagte ich und versuchte
ärgerlich zu klingen, was mir jedoch nicht wirklich gelang.
"Träume...
Alpträume... Das sind Dinge, die ich nicht kenne..."
"Oh... Na ja,
ich jedenfalls hatte Einen..."
Mir fiel in dem
Moment einfach nichts besseres ein. Ich wusste einfach nicht, was ich zu diesem
Mädchen hätte sagen sollen, jetzt, wo es nichts gab, über das ich mich hätte
beschweren können. Als sie es schliesslich war, die versuchte ein richtige
Unterhaltung zu beginnen, war ich ziemlich überrascht.
"Was ist denn
passiert in deinem... Alptraum?"
Ich wollte es ihr
eigentlich nicht erzählen, doch sie bestand darauf, so als wäre es wichtig für
sie. Und das Verrückte war... nach einem Moment... spürte ich wirklich den
Drang, es ihr zu erzählen. Vielleicht war es ja nur, um es aus meinem Kopf zu
bekommen,- meine Ängste mit ihr zu teilen.- Das war es doch, wozu Freunde da
waren,oder ? Aber woher sollte ich das überhaupt wissen ? Sohryu Asuka Langley
hat vor nichts und niemandem Angst und darum braucht sie auch nicht mit ihren
Freunden darüber zu reden. Freunde... Da war eigentlich nur Hikari... und das
war mehr oder weniger auch nur oberflächlich. Da war noch Shinji... doch er war
ja nicht hier... Mit einem Mal fühlte ich mich sehr einsam und so erzählte ich
ihr meinen Alptraum...
"Na ja, wir
waren im Appartement. Ich glaube wir trugen beide unsere Plugsuits, und...
wir.. hielten jeder einen Arm von Shinji fest... Wir... wir zogen in
verschiedene Richtungen und dann.. plötzlich.. schrie er und riss in der Hälfte
durch... Da war Blut... ein Regen von Blut der mein Gesicht bedeckte... Und mir
wurde klar, dass ich eine Hälfte von ihm in der Hand hielt... Sie hing einfach
so herunter, schlaff, leblos... Es war grauenvoll... Ich fühlte mich, so als ob
ich ihn getötet hatte..."
"Das ist
interessant.."
"Interessant?
Wie kannst du sowas sagen ?! Wir haben Shinji in diesem dämlichen grauenvollen
Traum getötet!"
Das Mädchen
schüttelte langsam den Kopf.
"Das ist
nicht, was ich meinte. Interessant ist es, weil.... ich hatte den
gleichen... Alptraum."
Ich keuchte. Wie
war das möglich? Wir hatten... den gleichen Traum gehabt? War es eine Art von
... telepathischem Traum ? Nein.. Das hörte sich zu verrückt an. Eine
Vorahnung, eine Warnung vielleicht...? Aber sowas könnte doch nie passieren.
Nein. Es würde nie passieren...
Als sich ein Arm um
meine Taille legte und sich zwei Brüste an meinen Rücken pressten erschrak ich.
"Was... was
zum Teufel machst du da ?!" schrie ich und wand mich, um von dem Mädchen
los zu kommen. Doch sie drückte mich einfach fester an sich.
"Shinji würde
nicht wollen, das du dir Sorgen machst oder Schmerzen hast."
Ich fühlte wie ein
Finger meine feuchte Wange berührte. Feuchte Wange ? Hatte ich etwa geweint?
Es war komisch von
meiner Rivalin umarmt zu werden. Aber es fühlte sich auch angenehm an. Wie
konnte sie nur so nett zu mir sein? War es etwa genau DAS, was Shinji an ihr
gefiel?
Misato kam ins
Zimmer und unterbrach meine Gedanken. Sie sah ziemlich sauer aus und man
brauchte kein Genie zu sein, um zu erraten, was sie sagen würde...
"Was ist nur
in euch zwei gefahren?! Uns fehlt schon ein Pilot und das Letzte, was wir jetzt
brauchen können sind dumme Kämpfe, wo der eine noch verfügbare Pilot versucht
den anderen umzubringen! Um Gottes Willen, ihr habt beide geblutet, als ich
euch fand!"
Der Major sah uns
genauer an und ich bin mir ziemlich sicher, wenn es medizinisch möglich gewesen
wäre, wäre ihre Kinnlade auf den Boden gefallen.
"A... Asuka...
schau... schau dir mal Rei an..." Misato hatte wohl ärgerlich klingen
wollen, doch der Schock, zu sehen, wie Rei mich im Arm hielt, war wohl zu
gross. "Du.. du hast ihr den Arm gebrochen ! Es wird mindestens drei
Wochen dauern, bevor es soweit verheilt ist, dass sie wieder fit für einen
Einsatz ist! Wie verantwortungslos kannst du eigentlich sein ?"
Die Antwort, die
mir in den Kopf schoss, und die von einem unverantwortlichen Vormund und ihren
Trinkgewohnheiten handelte, behielt ich für mich. Es gab keinen Grund mich noch
tiefer in den Schlamassel zu reiten, als ich ohnehin schon drin war.
War das etwa
Shinjis Einfluss, der auf mich abzufärben schien? Arghhh, was für ein schrecklicher
Gedanke....
"Es tut mir
leid, Major Katsuragi. Wir hatten eine Meinungsverschiedenheit und haben die
Beherrschung verloren. Ich hätte nicht erlauben sollen, das so etwas
geschieht. Es tut mir leid."
Ayanami...
verteidigte mich. Während ich zwar zuerst dankbar dafür war, ergriff zu guter
Letzt jedoch wieder mein verletzter Stolz Besitz von mir...
"Nein! Sie
lügt! Es ist alles meine Schuld. Ich habe sie angegrif..."
Mit einer
Handbewegung brachte Misato mich zum schwiegen. Sie schüttelte ihren Kopf. Ihr
Gesichtsausdruck entspannte sich aber wieder, als sie uns ansah.
"Okay, okay,
Mädchen. Ich glaube,... was passiert ist tut euch beiden leid. Das Wichtigste
aber ist, das ihr beide in Ordnung seid. Trotzdem will ich euch zwei nie mehr
kämpfen sehen!"
Wir beide nickten.
"Gut! Nun, ich
habe gute Neuigkeiten für euch, Mädchen!" sagte Misato und war inzwischen
wieder ihr fröhliches Selbst.
"Wirklich?" fragten wir beide einstimmig. Immerhin gab es nur
eine Sache, die wir als 'gute Nachricht' ansehen würden.
"Ja! Wir haben
einen Weg gefunden um Shinji aus Einheit-01 heraus zu holen. Ritsuko will es in
einigen Tagen versuchen. Es müssen noch ein paar Daten gesammelt und
ausgewertet werden... aber es sollte funktionieren. Er wird zurück kommen!"
Ich weiss nicht wie
der Ausdruck auf meinem Gesicht aussah, doch ich glaube es war wohl eine
Mischung aus Überraschung und Freude. Ich blickte zu meiner Linken. Ayanami
lächelte und mir wurde klar, dass es wirklich das erste Mal war, dass ich sie
lächeln sah... na ja, zumindest ohne das Shinji in der Nähe
war. War das etwa das Ende der Welt? Wohl eher nicht. Vielmehr glaube ich,
fühlte sie einfach nur das, was ich auch fühlte... Freude, und Erleichterung.
"Ihr Beide
solltet jetzt versuchen ein wenig zu schlafen..." sagte Misato
schliesslich und sah uns einen Moment lang an...
Dann zwinkerte sie
ein paar Mal und ging hinaus, wobei sie noch irgendwas von 'Bier brauchen'
murmelte. Ich sah Rei an,- sie sah mich an und wir brachen beide in schallendes
Gelächter aus.
Ja.. es fühlte
sich sonderbar an, aber gut...
***
"Was ist, wenn
er nicht zurück kommt?"
Die Frage liess
mich aufschrecken. Ich sass Rei gegenüber und ass eine Schüssel Ramen. Nach ein
paar Tagen sind wir... letztendlich... Freunde geworden. Wir spielten
Videospiele, Karten und gingen manchmal sogar zusammen im Park spazieren. Ich
schätze das sind die Dinge, die Freunde normalerweise tun. Manchmal machte ich
sowas auch mit Hikari. Rei und ich haben aber auch viel geredet,- unsere Ängste
miteinander geteilt... Hauptsächlich Ängste wegen einer bestimmten Sache.
"Sag doch
nicht sowas, Rei-chan. Er wird sicher zurückkommen..."
"Aber... wenn
er nicht zurückkommt, ich weiss nicht, was ich dann tun werde. Ich weiss nicht,
wie es mir möglich sein soll weiter zu leben. Er ist alles, was ich habe."
"Baka! Denkst
du wirklich so? Das ist doch total verrückt! Du bist eine eigenständige Person,
Rei! Du bist nicht nur Shinjis Freundin! Shinji ist nicht dein Leben! Schau
dich doch an! Im Moment ist er nicht hier und trotzdem geht dein Leben
weiter!"
"Ja... aber...
es schmerzt..."
Sie sah verletzt
aus. Dieser traurige Ausdruck auf ihrem Gesicht. Ich wusste, wie sie sich
fühlte... denn ich selbst fühlte mich genau so.
"Er wird
zurückkommen, du wirst sehen. Nur noch zwei Tage... dann wird er wieder bei uns
sein. Du musst an ihn glauben...."
"Du hast
Recht, Asuka-chan. Er wird zurückkommen. Es tut mir leid, dass ich an ihm
gezweifelt habe."
Das Mädchen
lächelte... erstaunlich was die Zahnärzte heutzutage nicht alles mit falschen
Zähnen machen konnten. Trotzdem konnte ich es mir nicht verkneifen, mich ein
bisschen schuldig zu fühlen, wann immer ich dieses Lächeln sah. Noch mehr
Unbehagen bereitete mir jedoch der Anblick ihres rechten Armes, der gerade auf
dem Tisch ruhte. Doctor Akagi hatte den Gips zwar vor zwei Tagen entfernt doch
ich bezweifelte, das der Arm schon richtig verheilt war. Der Kommandant hatte
bestimmt befohlen, den Gips zu entfernen, weil er Rei daran hinderte an den Sync-Tests
teilzunehmen. Ich war nicht verwundert, dass Rei kein bisschen protestiert
hatte,- auch wenn der Bruch sicherlich noch nicht völlig verheilt war. Der Arm
sah zwar normal aus und sie zeigte keine Anzeichen von Schmerzen, doch an der
Art, wie sie es vermied ihn zu benutzen, konnte ich sehen, dass er nicht in
Ordnung war. Es war erstaunlich wie schnell sich dieses Mädchen darauf
einstellen konnte, alles mit ihrer linken Hand zu machen...
Noch vor einem
Monat hätte mich ihre Einstellung angeekelt; immer dem Kommandanten gehorchen,
wie eine Marionette. Doch jetzt konnte ich die Stärke, die sie zeigte nur
bewundern,- obwohl ich finde, das sie zumindest ein wenig hätte meckern sollen.
Vielleicht würde
der Einfluss von Sohryu Asuka Langley das ja ändern...
Ich konnte immer
noch kaum glauben, wie gut wir jetzt miteinander auskamen. Ich glaube gemeinsam
kamen wir mit Shinjis Abwesenheit besser klar, weil jeder von uns beim anderen
Kraft und Trost fand. Wir lebten mittlerweile sogar zusammen in Reis Appartement.
Misato war ziemlich geschockt gewesen, als ich sie gebeten hatte hier einziehen
zu dürfen.- Der Ausdruck auf ihrem Gesicht war Gold wert gewesen. Und so
schlafen wir jetzt also unter dem gleichen Dach,- aber natürlich in getrennten
Räumen.- Ich bin doch kein Hentai !... naja, ausser wenn es um Shin-chan
geht... und das Merkwürdigste daran ist, es fühlte sich an, als wäre es das
Natürlichste auf der Welt...
"Sag,
Rei-chan..." fragte ich, um vom Thema ein wenig abzulenken...
"Ja?"
"Erinnerst du
dich noch an den Traum, den wir beide hatten, als wir im Krankenhaus
waren?"
"Ja, ich
erinnere mich." antwortete sie in ihrer üblichen monotonen Stimme.
Merkwürdig, doch das irritierte mich gar nicht mehr. Nun ja, vielleicht noch
ein bisschen. Trotzdem versuchte Rei jedes Mal, wenn ich sie darauf hin
ansprach, ihrer Stimme ein wenig mehr Lebendigkeit zu verleihen. Sie gab sich
Mühe... um meiner Willen. Und war entschlossen es auch zu tun.
"Nun ja... ich
habe mir gedacht, dass... vielleicht... sollten wir nicht mehr wegen ihm
Streiten. Ich denke... er leidet darunter. Wir sollten ihn die Entscheidung
treffen lassen... wenn er es will. Was denkst du ?"
"Das wäre in
der Tat sehr weise."
"Ja, das habe
ich mir auch gedacht! Hehe." Ich begann unkontrolliert zu kichern. Da war
ich also dabei eine ernsthafte Unterhaltung mit Rei zu führen und weiss Gott
warum, musste ich plötzlich Kichern wie ein kleines Mädchen.
"Was ist so
lustig?" fragte Rei schliesslich nachdem ich mittlerweile schon ungefähr
zwei Minuten lang ohne Ende kicherte.
"Wir
schliessen einen Waffenstillstand.- Das kommt mir so verrückt vor. Shinji wird
es niemals glauben!"
"Der Mensch
entwickelt sich weiter und kann selbst mit seinem ärgsten Feind Freundschaft
schliessen."
"Na DAS ist
aber ungemein rücksichtsvoll von dir, wirklich Rei..."
"Wenn wir
Shinji so sehr lieben, wie wir vorgeben, dann sollten wir alles in unserer
Macht stehende tun, um zu verhindern, dass er leidet."
"Du hast
recht. Du hast absolut recht." Ja. Wieder einmal. Die Streberin hatte
recht.
"Es wird
langsam spät." sagte sie während sie ihr Mahl beendete.
"Ja,
vielleicht sollten wir jetzt zu Bett gehen..." meinte ich und stand auf,
um ihr beim Spülen zu helfen.
Ich fühlte mich
zwar nicht müde, doch je früher ich zu Bett gehen würde, um so schneller wäre
dieser Tag zu Ende und ein Neuer würde beginnen. Bald Shinji, bald... wirst du
zu uns zurückkommen...
ENDE
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Anmerkungen des Autors:
Dieses kleine Projekt spukte schon eine ganze Zeit in meinem
Kopf, bis Alain mir erzählte, dass jemand anders die Geschichte schreiben
wollte. Also beeilte ich mich und begann zu schreiben! Dies ist mein zweiter
Versuch mit diesem Erzählstil. Ich hoffe, dass ich mich bald daran gewöhnen
werde, denn in diesem Stil möchte ich auch meine zukünftigen Geschichten
schreiben. Vielleicht schreibe ich sogar Child Of Love nochmal neu in diesem
Stil. Aber das ist ein anderes Thema! Ich habe immer noch eine Menge zu tun!
^_^
Ich begann diese Nebengeschichte mit nur zwei Ideen. Der
Rest kam einfach so, während ich schrieb :) Es ist lustig zu sehen wie einen
Inspiration manchmal einfach so überkommt...
Die ganze Sache wurde von Alain Gravel persönlich überarbeitet.
Da es schliesslich eine Nebengeschichte zu seinem Meisterwerk ist [Wirklich,
Axel, Meisterwerk ist wohl etwas hoch gegriffen- Alain],denke ich, hatte er
wohl auch alles Recht dazu.
Es überraschte mich, das nur eine Person (Stephie-chan!:))
um diese Nebengeschichte gebeten hat. Immerhin hat Alain diese Nebengeschichte
ja in Kapitel 7 erwähnt.
Nun, was werde ich in Zukunft tun? Ich habe noch keine
richtigen Projekte bisher, ausser Body-Heat II (es wird diesmal keine
Lemon-Geschichte sein ^_^) und einer anderen Geschichte "Just a
child.." inspiriert von Tokyo-3 Baby-Sitter (verdammt, Alain, du bist aber
auch überall!!^_^). Ja, ich war übrigens der "Freund, der wirklich von der
Idee dieser Geschichte fasziniert war". Ich entschuldige mich dafür, dass
TOILI deswegen kurz auf Eis gelegt worden war. Es war meine Schuld! Gomen!
Dank all meinen üblichen Test-Lesern (bin zu faul mein
Addressbuch zu öffnen und die
Liste zu suchen). Die es angeht, werden schon wissen das sie
gemeint sind :)
Bis dann mal!
Axel Terizaki