Neon Genesis Evangelion: Meine Liebe gilt...
Shinjis
Gedanken
Eine Nebengeschichte zu Kapitel 9
Geschrieben von Gojira316
<GOJIRA316@aol.com>
Die Geschichte basiert auf Charakteren geschaffen und
copyright bei GAINAX.
Basierend auf
Handlungen geschaffen von Alain Gravel
Übersetzt von Melissa Schneider
Mit Dank an Markus Steiner und Markus Ehreke
http://www.geocities.com/Tokyo/Teahouse/2236/
Begonnen: Anfang
Dezember 2000
Beendet : 9.
Februar, 2001
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Shinjis Gedanken
Shinji lag neben Asuka im Bett. Der
Rotschopf hatte sich eng an ihn geschmiegt und anscheinend fühlte sie sich sehr
behaglich, denn sie schlief tief und fest. Ihr Gesicht ruhte auf seiner Brust
und ihr Atem kitzelte ihn, doch er genoss die Wärme, die jeder Atemzug von ihr
mit sich brachte. Ihr linker Arm lag quer über seiner Brust während ihr rechter
Arm irgendwo zwischen ihren Körpern eingeklemmt war. Shinji fragte sich
ernsthaft, ob der Arm überhaupt noch richtig durchblutete wurde.
Er blickte sie an und sofort dachte er
wieder an den Anblick ihres nackten Körpers. Doch halt... Nackt... Er dachte
einen Augenblick lang über dieses Wort nach... Es schien ihm gleichbedeutend
mit Verletzbarkeit und Schwäche. Jemand der nackt war, war in Gefahr, und er
kam zu der Einsicht, das 'nackt' nicht der richtige Begriff war, um Asuka in
diesem Moment zu beschreiben. Er fand, dass 'Unbekleidet' ein sehr viel
passenderer Ausdruck wäre. Ein Ausdruck, dem die negativen Untertöne des Wortes
'nackt' fehlten. Ein Ausdruck, mit dem man Begriffe wie Schönheit und Ruhe
verband. Gemälde und Statuen zeigten ja auch 'unbekleidete' Personen und keine
'Nackten'. Ja, 'unbekleidet' war der Ausdruck, der Asuka im Moment am besten
beschrieb. Zufrieden mit seiner Wortwahl richtete er
seine Aufmerksamkeit schließlich wieder auf das wunderschöne Mädchen an
seiner Seite.
Sein Blick ging zu ihren Brüsten. Während
sie sich geliebt hatten, hatte der Tanz dieser beiden wohlgeformten Hügel ihn
regelrecht gefesselt und fasziniert. Dann aber wurden seine Gedanken weniger
poetisch und er kam zu der Einsicht, dass sie gewaltig gewackelt hatten und
regelrecht auf und ab gehüpft waren. Er hatte der Versuchung nachgegeben und
ihren Busen sanft massiert und gestreichelt, während Asuka ihrer Ekstase freien
Lauf gelassen hatte. Er wusste nicht woher der Eindruck kam, doch ihre Brüste
hatten sich ein wenig so wie roher Teig angefühlt.- Ganz im Gegensatz zu den
Brustwarzen. Es war eine Freude gewesen diese kleinen harten Erhebungen zu
verwöhnen und Asuka schien jede Sekunde davon genossen zu haben.
Er dachte an ihr Haar. Voll und locker umgab
es ihren Kopf wie ein roter Heiligenschein. Als sie sich geliebt hatten, waren
seine Hände auch durch ihr Haar gefahren und es war so unglaublich weich
gewesen. Sein eigenes Haar war durch das LCL, in dem er nur zu oft und
stundenlang sitzen musste, beinahe ruiniert, aber wenn man Asukas Haar sah,
würde man denken, sie hätte noch nie in einer Zugangskapsel gesessen. Ohne
Zweifel hätte sie mit diesem glänzenden langen Haar auch ohne Weiteres ein
Model für einen dieser Shampoo-Werbespots sein können. Seine Hand glitt über
ihren Körper und als sein Blick auf ihre Haut fiel, kam ihm der Gedanke, das
Asuka als Model noch weitaus mehr als nur ihr Haar zu bieten hätte. Ihre Haut
war zart und von ziemlich heller Farbe, obwohl sie natürlich nicht so hell wie
die von Rei war. Reis Haut.- Sofort kamen ihm Gedanken an seine Zeit mit Rei.
Er erinnerte sich an die Momente in denen sie sich geliebt hatten und er konnte
nicht umhin festzustellen, dass Rei bei weitem nicht so lebhaft wie Asuka war.
Rei war eher still und zurückhaltend, was aber nicht hieß, dass es darum
weniger angenehm war mit ihr zu schlafen. Asuka dagegen... Wären sie nicht
allein in der Wohnung gewesen, dann hätte sie wahrscheinlich alle aufgeweckt..
Hoffentlich hatten Misato und Rei in der Wohnung nebenan nichts von ihrem Liebesspiel
gehört. Doch bei diesem Gedanken beließ es Shinji dann aber auch, denn ihm
wurde klar, dass es nicht gut wäre so oft an Rei zu denken,- es schien Asuka
gegenüber nicht fair zu sein.
Von Neuem wandte er seine Aufmerksamkeit
Asuka und ihrer Haut zu. Ihre Haut war wunderschön.-
Ein wenig dunkler als "Creme-weiss" hätte man sagen können und
jetzt, da das Mondlicht, das durch die halb geschlossenen Rolladen drang, ihrer
Haut noch einen bläulichen Schimmer verlieh, war es ein wahrhaft
atemberaubender Anblick. Aber da waren auch noch so viele andere Dinge an
Asuka, die einfach nur atemberaubend waren. Ihre Brustwarzen zum Beispiel. Sie
waren hell rosa, was seiner Meinung nach einen sehr hübschen Kontrast zu ihrer
Haut darstellte, und im Augenblick standen sie aufrecht und waren hart,-
eigentlich sogar ziemlich hart, wie er feststellte.
Er merkte auf und zum ersten Mal seit langer Zeit richtete er
seine Aufmerksamkeit auf seine Umgebung. Sofort fiel ihm auf, wie kühl es im Zimmer doch war und so reichte er mit
seiner freien Hand hinunter und zog die Decke hinauf, die auf ihre Taille hinab gerutscht war. Das Tuch war
ein willkommener Schutz gegen die Kälte und sofort fühlte
er sich wärmer. Da es den Anschein hatte, dass die Kälte Asuka ganz
besonderes zusetzte, bemühte sich Shinji den Rotschopf besonders gut zuzudecken
und unterbewusst muss Asuka gespürt haben, wie sehr man sich um sie sorgte,
denn ehe Shinji sich versehen hatte, drückte sie sich noch fester an ihn und
schlang ihr linkes Bein über Seines. Zufrieden mit ihrer neuen Schlafposition
schlief sie Augenblicke später dann aber auch schon wieder tief und fest.
Shinji bemerkte den Geruch ihres Haares und er drehte seinen Kopf
bis sein Kinn auf ihrer Stirn ruhte, damit seine Nase den Duft noch besser
aufnehmen konnte. Nach kurzem Grübeln kam er zu der Einsicht, dass sie ein
Shampoo mit Erdbeerduft benutzen musste. Doch das war nicht der einzige Duft,
den er wahr nahm. Da war noch der Geruch von LCL, und der andere Geruch kam
bestimmt von einer Spülung oder vielleicht einem Haarspray. Asuka war sehr
stolz auf ihre feuerroten Haare, und Shinji gefielen sie auch sehr gut, zumal
sie ihre Schönheit noch mehr zum Ausdruck brachten. Ob ihre Mutter auch rotes
Haar gehabt hatte? Eine ganze Weile dachte er angestrengt nach und versuchte
sich ins Gedächtnis zu rufen, was er über Asukas Eltern wusste. Wie hatte ihre
Mutter überhaupt ausgesehen? Ob Asuka ihr Ebenbild war? Und wie war Asuka zu
NERV gekommen? Er wusste, dass sie durch das Marduk-Institut ausgewählt worden
war, doch warum war sie überhaupt auf der Liste der Kandidaten gewesen? Hatte
es etwas mit ihrer Mutter zu tun? Sie
hatte in der dritten Niederlassung von NERV in Deutschland gearbeitet, oder
nicht ? Er war sich nicht ganz sicher. Und was ihren Vater betraf,- sie hatte
nie von ihm gesprochen. Damals, in dieser einen Nacht hatte sie im Schlaf nach
ihrer Mutter gerufen, doch ihren Vater hatte sie nie erwähnt. War er tot? Oder
hatte er sie einfach im Stich gelassen, so wie sein Vater ihn im Stich gelassen
hatte ? Er nahm sich vor, mehr über Asukas Vergangenheit in Erfahrung zu
bringen. Misato kannte sie doch noch aus ihrer Zeit in Deutschland, oder nicht?
Er würde ihr ein paar Fragen stellen, wenn sich die Gelegenheit bot.
Mit seinem rechten Arm zog er Asuka näher zu
sich heran und er fragte sich, ob es ihr mittlerweile warm genug war, denn ihre
Brustwarzen waren immer noch ziemlich hart. Lag das wirklich allein an der
Temperatur oder war da vielleicht noch etwas anderes? Beschämt musste er
feststellen, dass auch gewisse Teile seines Körpers hart und relativ steif
waren,- und bei ihm lag es ganz bestimmt nicht daran, dass ihm kalt war. Einen
Augenblick lang dachte er darüber nach, Asuka zu wecken und mit ihr noch eine
kleine Extrarunde zu drehen, doch schon im nächsten Moment ärgerte er sich
bereits über seine selbstsüchtigen Gedanken. Er überlegte ernsthaft, was er
sagen könnte, wenn er Rei unter die Augen trat, jetzt, nachdem er mit Asuka
geschlafen hatte.
"Ach Shinji," dachte er "du
reitest dich aber auch immer tiefer in den Schlamassel."
Rei wäre sicher sauer auf ihn und nicht
zuletzt deshalb würde er selbst sich später sicher auch Vorwürfe machen, doch
Asuka hatte es wirklich sehr viel bedeutet und wie es schien, hatte es ihr
geholfen. Also konnte das, was er getan hatte, nicht falsch gewesen sein.
Der Duft von Asukas Haaren ließ seine
Gedanken wieder abschweifen und während er von Neuem den Erdbeerduft genoss,
erinnerte er sich an den Anblick, den der Rest ihres feuerroten Haares geboten
hatte... Es war ein Anblick gewesen, den er so schnell nicht wieder vergessen
würde. Von nun an würde er wahrscheinlich, wann immer er mit ihr zusammen war,
einige Phantasien in dieser Hinsicht haben. Ziemlich abartige Phantasien, wie
er fand. "Jetzt hast du, was du wolltest, Asuka." sagte er zu sich
selbst, "Endlich hast du es geschafft mich zu dem Perversling zu machen,
der ich in deinen Augen schon immer gewesen bin."
Er wusste nicht aus welchem Grund er sie an
dieser intimen Stelle berührt hatte,- na gut, wenn er ehrlich war, musste er
zugeben, dass er sehr wohl wusste warum er es getan hatte und in gewisser Weise
machte es ihn sogar stolz zu wissen, dass es nicht einmal dem großen Kaji
Ryouji vergönnt gewesen war, diese Stelle an Asukas Körper zu verwöhnen. Shinji
fragte sich, wie Kaji jetzt über ihn denken würde. Ob er wohl eifersüchtig
wäre? Oder würde er ihn wegen seiner Kühnheit bewundern? Asuka zumindest schien
seine Berührungen in vollen Zügen genossen zu haben. Er würde sich die Technik,
die er dabei angewandt hatte, unbedingt für zukünftige Gelegenheiten merken
müssen.
Kaji war tot aber sie hatten Asuka nichts
davon gesagt, weil sie nicht sicher waren, wie sie es aufnehmen würde.
Vielleicht aber würden sie ihr niemals die Wahrheit sagen können und Asuka
würde Kaji dann für den Rest ihres Lebens hassen.- Doch Kaji verdiente
Besseres.
Kaji war ein Mann, den
Shinji immer bewundert hatte.- Ein Mann, der für ihn wie ein Vater gewesen war.
Ein Vater, der um so vieles besser war als sein leiblicher Vater. Doch das hohe
Ansehen, das Kaji nicht zuletzt in Asukas Augen genoss, hatte er nun zerstört.
Könnte er das je wieder gut machen ? Zumal Kaji ihm doch nie etwas getan
hatte,- im Gegenteil,- nur zu oft hatte Kaji ihm geholfen,- doch als Dank hatte
er am Ende Kajis Namen durch den Dreck gezogen und das schlimme Schicksal, das
ihm ereilt war, mit hinter einer Lüge verborgen.- Eine ganze Weile lang ließ
ihn der Gedanke an die Schuld, die er auf sich geladen hatte, nicht los.
Schließlich aber, als er einmal mehr
zärtlich über Asukas Körper strich, waren die Erinnerungen an die Zeit, die sie
zusammen verbracht hatten, wieder da. Erfüllt mit einem Gefühl von
Zufriedenheit erinnerte er sich daran, wieviel Vergnügen sie einander bereitet
hatten und wie warm sich ihre Haut angefühlt hatte, als seine Hände jeden
Zentimeter ihres Körpers erkundet hatten. Wie unglaublich weich ihre Haut doch
war. Makellos, nicht eine Narbe war zu sehen.- Kein Wunder, dass sie jeden Tag
so viel Zeit im Bad verbringt, dachte er. Selbst in ihrer jetzigen seelischen
Verfassung war kein einziges Haar auf ihren wunderschönen Beinen zu finden. Er
entsann sich, wie er sie spielerisch unter den Achseln gekitzelt hatte. Es
hatte sie von ihrem Kummer abgelenkt und ihr sie zum Lachen gebracht. Ein
herrlich erfrischendes Lachen war es gewesen und er würde dafür sorgen, dass
sie öfter so herzlich Lachen würde und nicht allein in Momenten der
Leidenschaft. Dennoch gab es eine Sache, die Shinji ein wenig verwirrte. In den
letzten Augenblicken ihres Liebesaktes hatte er Asuka gewarnt, dass er kurz vor
seinem Höhepunkt stand und er hatte versucht sich aus ihr zurück zu ziehen.
Doch aus einem Grund, den er nicht verstand, hatte Asuka ihre Beine um seine
Hüften geschlungen, ihn noch enger an sich gepresst und ihn gezwungen seinen
Samen tief in ihrem Inneren zu vergraben. Was wenn er sie geschwängert hatte ?
Gedanken an eine mögliche Zukunft schossen
ihm durch den Kopf. Er sah sich selbst,- einige Jahre älter,- mit Asuka an seiner
Seite - und ihrer gemeinsamen Tochter, die selbstverständlich das Ebenbild
ihrer Mutter wäre. Er stellte sich vor, wie es wäre die ersten Schritte seiner
Tochter mit zu erleben, ihre ersten Worte, ihre erste Liebe, ihren
Schulabschluss, und die vielen anderen Meilensteine in ihrem Leben. Erst jetzt
wurde ihm bewusst, dass er sich in diesem Moment zum ersten Mal Gedanken darum
machte, wie seine Zukunft an der Seite von einem der beiden Mädchen aussehen
würde. Und was vielleicht noch viel wichtiger war,- es war ausgerechnet Asuka,
die diese Gedanken in ihm geweckt hatte. Und mit einem Mal bereitete ihm der
Gedanke, dass Asuka ein Kind von ihm bekommen könnte nicht mehr ganz so viele
Sorgen. Wenn es so wäre, dann würde er die Gelegenheit ein Kind aufzuziehen mit
Freuden ergreifen. Er hätte die Möglichkeit all die Dinge, die sein Vater
falsch gemacht hatte, richtig zu machen. Er wäre ein Vater, dem seine Tochter
vertrauen könnte und er würde ihr all die Liebe schenken, die sein Vater ihm
nie geschenkt hatte. Seine Tochter wäre glücklich, denn sie könnte sich seiner
Liebe und Zuwendung sicher sein. Shinji stellte sich sein zu Hause vor; ein zu
Hause mit Asuka, ihrem Kind und dem Duft von leckerem Essen,- natürlich nur
dann, wenn nicht gerade Misato zu Besuch war und darauf bestand zu kochen,- ein
Haus voll mit wunderbaren Erinnerungen. Die Kindheit seiner Tochter wäre voller
Freude und Glückseligkeit, und nicht so wie die Zeit, die er mit seinem Vater
verbracht hatte, damals, nachdem seine Mutter gestorben war. Vielleicht, wenn
irgendwann einmal alle Engel besiegt wären, würde Asuka sogar bei NERV
bleiben,- etwas, das Shinji nie in den Sinn käme. Er würde liebend gern zu
Hause bleiben und sich um ihre Tochter kümmern, während Asuka die Brötchen
verdiente. Es würde ihr die Art von Anerkennung geben, die sie brauchte und ihr
eine Möglichkeit eröffnen sich zu beweisen. Sicher würde sie das glücklich
machen. Shinji hingegen würde sich darum kümmern, dass sein Kind glücklich
aufwachsen würde, und das wiederum würde ihn glücklich machen. Eine ideale
Lösung. Doch etwas ließ ihn stutzig werden; warum nur war er so sicher, dass
sein Kind ein Mädchen wäre ? Selbst nach langem Überlegen fand er keine
logische Erklärung. Es war einfach ein Gefühl tief in ihm, das ihm sagte, dass
es so einfach richtig wäre
Doch dann war da plötzlich dieser Gedanke,
der dunkle Wolken über seinem perfekten Heim aufziehen ließ. Asuka war
vielleicht überhaupt nicht in der Lage eine Schwangerschaft durchzustehen. Was
wäre, wenn sie mit den emotionellen Problemen, die diese Zeit mit sich brachte,
gar nicht fertig wurde? Mit jedem Monat, den ihre Schwangerschaft voranschritt
würde das Kind ihn ihr größer werden und irgendwann bekäme sie den Eindruck,
dass sie fett wäre. Klar, Asuka tat normalerweise so, als hätte sie eine harte
Schale, und sie hatte eine große Klappe, wie man so schön sagt, doch was ihre
Gefühle betraf war sie sehr zerbrechlich. Vor allem wenn es um ihren Körper
ging konnte sie sehr eingebildet sein und vielleicht dachte sie ja, dass eine
Schwangerschaft ihren Körper dauerhaft schädigen würde? Ob das sogar soweit
gehen könnte, dass sie sich zu einer Abtreibung entschließen würde? Nein,
wahrscheinlich nicht.- Immerhin war sie es ja gewesen, die ihn dazu gezwungen
hatte seinen Höhepunkt in ihr zu erleben. Aber dann war da ja auch noch sein
Vater und der Gedanke, dass er sich einmischen könnte bereitete ihm Unbehagen,
denn Gendo könnte sehr leicht seinen Traum von einer glücklichen Zukunft
zerstören.
Seine Stimmung verschlechterte sich
zusehends, als er sich zu fragen begann, was wäre, wenn Asuka sich nie mehr
richtig von dem Angriff des 15ten Engels erholen würde? Dann würde er niemals
mehr wirklich glücklich sein können. Warum nur war eine so starke
Persönlichkeit wie Asuka so am Boden zerstört? Er glaubte die Gründe zu
kennen,- doch wenn es so war, warum hatte er es dann zugelassen? Er hatte
versagt und sie im Stich gelassen. In diesem Moment, da schien sie ihm so
zerbrechlich. Die Zuwendung, die er ihr geschenkt hatte, hatte geholfen ihren
Schmerz ein wenig zu lindern, aber dennoch war ihr Schmerz nur das Symptom, und
Sex war nicht das Heilmittel gegen ihr Leiden. Rei sah Asukas Zustand sicher
auch mit Beunruhigung, und teilte in gewisser Weise auch ihren Schmerz. Shinji
wusste, welch enge Freundschaft die beiden geknüpft hatten während er
"abhanden gekommen war" und um so mehr mussten Rei die Worte, die
Asuka im Krankenzimmer zu ihr gesagt hatte, verletzt haben. Es musste sie tief
getroffen haben, dass Asuka sich von ihr abgewandt hatte, und auch sie würde
sicher einen Freund brauchen, um darüber hinweg zu kommen. Doch leider gab es
da abgesehen von Asuka und ihm nur noch Hotaru, und die war genau so
introvertiert wie Rei selbst. Shinji hoffte, dass sich Asuka sehr bald bei Rei
entschuldigen würde, damit die beiden einander helfen könnten ihre Probleme
gemeinsam zu lösen. Asuka würde es natürlich abstreiten, aber sie brauchte Rei
genau so nötig, wie sie ihn brauchte.
Und plötzlich war da ein Gedanke, der ihn
einfach nicht los ließ; vielleicht wäre es das Beste die Drohung wahr zu
machen, die er Monate zuvor seinem Vater gegenüber geäußert hatte.- Vielleicht
sollte er einfach die beiden Mädchen nehmen und verschwinden. Natürlich würden
sie sterben, wenn der nächste Engel den 'Third Impact' auslösen würde, doch
vielleicht war das immer noch besser als ein Leben in Einsamkeit,- allein mit
all den Schmerzen, die es mit sich brachte ein EVA-Pilot zu sein. Was Asuka
betraf, so würde sie über das Trauma hinweg kommen vom 15ten Engel besiegt worden
zu sein und Rei,- sie würde nicht fürchten müssen ihn an Asuka zu verlieren.
Ja, und er selbst würde die Entscheidung, die eines der beiden Mädchen
verletzen würde, nie treffen müssen. Doch mit welchem Recht könnte er sich
anmaßen Rei und Asuka zum Tode zu verurteilen? Würde er damit nicht all das
Vertrauen und die Liebe, die die beiden Mädchen für ihn empfanden, verraten?
Zuzulassen, dass sie starben, hieße doch nichts anderes als beide Mädchen zu
verschmähen. Shinji dachte noch eine Weile darüber nach und mit jeder Sekunde
die verging, wuchs seine Wut auf sich selbst. Und schließlich, als er Asuka
betrachtete und sah wie das Mondlicht ihren Körper umspielte, da wurde ihm
klar, dass er nicht zulassen konnte, dass sie oder Rei so einfach starben. Er musste
alles in seiner Macht stehende tun, um beide zu retten. Und dann würde er eine
Entscheidung treffen,- eine Entscheidung, die er schon VIEL ZU LANGE vor sich
her geschoben hatte. Er würde sich entscheiden, mit welcher von beiden er den
Rest seines Lebens verbringen wollte.
Das Mädchen neben ihm bewegte sich und der
Gedanke, dass er Asuka vielleicht aus ihrem friedlichen und erholsamen Schlaf
geweckt hatte, beschämte ihn ein wenig. Doch sie seufzte nur leise und sofort
war sie auch schon wieder fest eingeschlafen. Ihm wurde klar, das sie träumte.
"Ob sie von mir träumt?" fragte er sich und tief in seinem Inneren
hoffte er, das es so war. Und selbst auf die Gefahr hin, dass ihn dieser
Gedanke arrogant erscheinen ließ,- er bedauerte ihn nicht. Er wollte sie
beschützen,- vor allem in dieser Zeit. Und wenn es sein musste, würde er sie
auch vor den Alpträumen beschützen, die sie im Schlaf heimsuchten. Und ein
jedes Mal, wenn sie von ihm träumen würde, dann hoffte er,- nein, er war sich
sicher-, dass der Shinji in ihrem Traum sie vor den Dämonen schützen würde,
denen es so viel Freude bereitete sie zu quälen. Und während dieser Gedanke
weiter Gestalt annahm, beschloss er, dass es nun auch an der Zeit wäre selbst
ein wenig Schlaf zu finden. Sanft küsste er ihre Stirn und schloss seine Augen.
Die Verantwortung lag bei ihm. Er würde Asuka und Rei beschützen, sie retten
und dann seinen Vater und all den Schmerz, den er an diesem Ort erfahren hatte,
zurücklassen und mit den beiden ein neues Leben beginnen.
Eine viertel Stunde lang lag er noch wach,
doch dann begann ihn die Müdigkeit einzuholen. Er genoss die Wärme, die von
Asukas unbekleidetem Körper ausging. Ein Gefühl der Zufriedenheit überkam ihn
und das beruhigte ihn und bestärkte ihn in dem Glauben, dass alles gut werden
würde. Als sein Gehirn schließlich begann all die Reize zu ignorieren, die ihn
noch wach hielten, fiel er langsam aber sicher in einen tiefen Schlaf.
ENDE
Konstruktive Kritik
willkommen,- beschimpft mich und ihr werdet ignoriert. Gendo soll in der Hölle
schmoren und Kastanien gehören auf jeden Fall der Faulheit angeklagt. Na ja, es
ist jetzt 1:15 Uhr am Morgen und ich bin auf der Arbeit und die
Internetverbindung ist zur Zeit im Eimer und da muss ich mich halt auf diese
Weise unterhalten. Hoffentlich schaffe ich es, etwas Vernünftiges zu schreiben.
Ich widme das hier dem Kerl aus meinem Literaturkurs von vor ein paar Jahren,
der den besten Eröffnungssatz einer Geschichte geschrieben hat, den ich je
gehört habe: "Es war betrunken und ich war beinahe Mitternacht." Dank
an Alain für all die Hilfe.