Neon Genesis Evangelion: Meine Liebe gilt...
Trost in der Dunkelheit
Eine Nebengeschichte zu Kapitel 7
Geschrieben von Ayanami Rei
<rei_chan@evamail.i-p.com>
Übersetzt von Melissa Schneider <meschnei@gmx.net>
mit Dank an Markus Steiner und Franz-Xaver Benedikt für ihre
Hilfe.
http://www.geocities.com/Tokyo/Teahouse/2236/
Basierend auf Charakteren geschaffen und
copyright bei GAINAX
Basierend auf Handlungen geschaffen von Alain Gravel
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Ich sah tatenlos
zu, wie Rei aus dem Zimmer rannte. Shinji folgte ihr einen Moment später. Ich
versuchte aufzustehen und wollte meinen beiden Freunden hinterher laufen, doch
eine Hand hielt mich an der Schulter fest. Ich blickte hoch und sah Misato. Sie
schüttelte ihren Kopf.
"Nein, Asuka.
Lass Shinji sich darum kümmern."
"Aber... ich
war doch diejenige, die sie zum weinen gebracht hat. Und dann sollte ich auch
diejenige sein, die das wieder hinbiegt..." Wieder schüttelte mein Vormund
den Kopf...
"Nein, Asuka.
Lass es jetzt gut sein..."
Ach verflucht ! Ich
seufzte verärgert und setzte mich wieder hin. Ich nahm meine Esstäbchen und
zwang mich dazu etwas zu essen, obwohl mir eigentlich
garnicht danach zu Mute war. Ich wusste, wenn ich es nicht tat, würde Misato
mir die Hölle heiss machen. Und so behielt ich schliesslich meine Kommentare
für mich und ass weiter. Hin und wieder ging mein Blick zur Türe und von
da zu Misato, die sich alle Mühe gab, mich nicht zu beachten. Ich glaube sie
plagten Schuldgefühle, weil sie mich davon abgehalten hatte, hinter meinen Freunden herzulaufen. Wie auch immer,
es konnte nicht halb so schlimm sein, wie die Schuldgefühle, die ich hatte,
weil ich Rei zum weinen gebracht hatte...
Es dauerte beinahe
eine Ewigkeit bis Shinji endlich zurück kam.- Allein. Ich bemerkte sofort, dass
sein Hemd vorn ganz zerknittert war und die linke Schulter war nass. Er sagte
kein Wort und lächelte mich nur sanft an,
bevor er sich dann hinsetzte und seine Esstäbchen in die Hand nahm.
"Geht es
ihr... gut?" Ich schätze, dass die Besorgnis in
meiner Stimme Shinji einigermassen
überrascht hat, denn er wäre fast an seinen Nudeln erstickt. Es dauerte einen
Moment, doch dann schaute er zu mir hoch und ich sah die Verwunderung in seinen
Augen. Das regte mich auf...
"HEY!! Sie ist
auch mein Freundin, Baka! Also, ist sie nun okay oder nicht?"
"Sie... sie
hat sich in den Schlaf geweint. Es sah aus, als wollte sie mir etwas Wichtiges
sagen.. aber sie brachte kein Wort heraus." Ich biss mir auf die
Unterlippe. Das klang sehr ernst. Ich hatte keine Ahnung was ich sagen sollte
und so schob ich statt dessen ein paar Nudeln in meinen Mund. Als ich auf ihnen
herumkaute dachte ich an Rei. Was hatte ich gesagt, das sie so aufgeregt hatte?
Wenig damenhaft schluckte ich das ganze Essen in meinem Mund
in einem einzigen Rutsch hinunter und ich schwor mir, dass ich nach Rei sehen
würde, sobald ich nach Hause käme.
Es vergingen etwa
dreissig Minuten bis ich Shinji und Misato schliesslich "Gute Nacht"
sagte. Ich wäre ja schon früher gegangen, doch ich wusste, bevor ich nicht mein
ganzes Essen verputzt hätte, würde mir Misato nicht erlauben auch nur einen
einzigen Schritt vor die Türe zu setzten. Es ist schon komisch wie Essen, das
man normalerweise geniessen würde, in bestimmten Situationen einfach wie ein
Pappdeckel schmeckt....
"Gut'Nacht,
Asuka. Wenn du was brauchst ruf' einfach an.." Ich nickte dankbar, obwohl
wir alle wussten, dass ich sehr gut alleine mit Rei fertig werden könnte. Mit
einem gequälten Lächeln auf dem Gesicht trat ich in Reis Appartement, schloss
die Türe hinter mir und verriegelte sie.
Als Erstes ging ich
zu Reis Zimmer. Sie schlief noch, aber sie musste sich wohl im Traum bewegt
haben, denn die Decke mit der Shinji sie zugedeckt hatte lag nun auf dem Boden.
Mit einem leichten Seufzer hob ich die Decke auf und legte sie wieder über
ihren schlummernden Körper. Ihre Reaktion darauf war ein leises Stöhnen als sie sich herumdrehte. Schweissperlen liefen an
den Seiten ihres Gesichtes herunter und ihr Haar klebte nass auf ihrer Stirn. Da war ein Ausdruck von Qual und Pein auf ihrem
Gesicht. Besorgt runzelte ich die Stirn und fragte mich, ob ich sie wecken sollte.
Jedoch nahm sie mir diese Entscheidung ab, indem sie
plötzlich kerzengerade im Bett sass. Sie hatte ihre Augen weit aufgerissen und
ihren Mund offen,- bereit für einen Schrei, der jedoch nie kam.
"Rei..."
brachte ich gerade noch über die Lippen, dann plötzlich brach Rei zusammen. Sie
rollte sich zu einem Ball zusammen, die Knie fest an die Brust gezogen während
ihr Schluchzen ihren Körper schüttelte.
"Rei!"
Bevor ich einen klaren Gedanken fassen konnte, hatte ich sie schon in meine
Arme genommen. Ihren Kopf gegen meine Schulter gelehnt begann ich sie sanft hin
und her zu schaukeln. Einen Augenblick später spürte ich, wie sie sich an mein
Hemd klammerte und in meiner Umarmung Schutz suchte. Sie auf diese Weise
festzuhalten war ein unglaublich seltsames Gefühl. Es war ungewohnt jemand
anderen als Shinji so zu berühren. Doch im gleichen Moment hatte ich das
Gefühl... ich musste,- nein, ich wollte- es tun. Für sie. - Meine Freundin. Ja,
Ayanami Rei war meine Freundin, egal ob ich bereit war es zuzugeben oder nicht.
Rei muss wohl
mehrere Stunden lang geweint haben, weil ich vom krummen Sitzen mittlerweile
schon einen ganz steifen Rücken hatte. Wie auch immer, zu guter Letzt hat sie
sich dann doch beruhigt. Sie lag in meinen Armen und ihre rubinroten Augen
waren verweint und geschwollen.
Es war still im Zimmer, bis auf ihr gelegentliches Schniefen
und mein Seufzen.
Als sie dann sprach, war es nicht mehr als ein Flüstern...
"Danke...
Asuka-chan." Ich lächelte und fuhr mit meiner Hand über ihren Rücken.
"Jederzeit...
Rei-chan." Ohne grossartig darüber nachzudenken habe ich sie ins Bett
gelegt und legte mich neben sie. Obwohl wir noch nie zuvor in ein und dem
selben Bett geschlafen hatten, schien es mir das Beste, sie in diesem Moment
nicht allein zu lassen. Und ausserdem war ich mir sicher, dass sie froh wäre,
Gesellschaft zu haben. Als ich begann einzuschlafen,
hörte ich sie zufrieden seufzten. Verschlafen öffnete ich ein Auge. Ich sah ein
Lächeln über ihr Gesicht huschen und ich konnte nicht anders, als mit eben
solch einem Lächeln zu antworten, obwohl ich wusste, dass sie es natürlich
nicht sehen konnte. Und dann folgte ich ihr in die Dunkelheit
des Schlafes.
ENDE
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Anmerkungen:
Okay, die Geschichte war also wirklich schlecht... dann
verklagt mich doch! Und wenn ich so darüber nachdenke, ist sie ausserdem auch
noch ziemlich kurz. Was soll's. Ich hoffe trotzdem, dass es euch gefallen hat.
Ja, ich weiss die Charaktere scheinen OOC zu sein. Die Idee zu dieser
Geschichte kam mir, als ich den zweiten Teil von Kapitel 7 gelesen habe, und es
kostete mich ungefähr eineinhalb Stunden das hier zu schreiben (ohne Pause
übrigens). E-Mail, alle Kommentare, Todesdrohungen und ähnliches bitte an
rei_chan@evamail.i-p.com
Begonnen am 10. Juni um 16:00 Uhr Kansas-Zeit
Beendet am 10.Juni um 17:38 Uhr Kansas-Zeit